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Das jüngste Mitglied des Schwäbischen Sängerbundes stellt sich vor
(Bericht aus der Schwäbischen Sängerzeitung 5 /1996)

Der Sängerkreis Mittlerer Neckar wandert mit Ihnen erzählend durch seine Geschichtszeiten

Lust am Leben - Freude an der Natur -Liebe zur Heimat - Sehnsüchte - Dankbarkeit an Gott den Schöpfer - Vorfreude auf ein heimliches Treffen sich Liebender - Trauer um Verlorenes, schmerzlich Vermisstes sowie alltägliche Abläufe in Küche, Feld und Flur berührte die Herzen der im 19. Jahrhundert Lebenden.

Einfühlsame Dichter und Komponisten fanden zusammen. Ihr Liedgut wurde in allen Gassen gehört und gesungen. So befreiten sich die Seelen von des Tages Lasten - gänzlich ohne Couch bei einem Psychiater! Viele Lieder waren die besten Schmiede für Freundschaften, für unbeschwerte und fröhliche Festlichkeiten. Wie von selbst entwickelten sich aus gemeinsamen Gesängen Vereinsgründungen.

Sobald ein Verein - in der Landschaft des Sängerkreises Mittlerer Neckar - gegründet war, bezahlten sie Beiträge an den bereits bestehenden Schwäbischen Sängerbund und das, obwohl die Nutznießung für sie äußerst gering war. Gering, warum? Die Feste des Schwäbischen Sängerbundes fanden in den Kreisstädten statt wie Tübingen, Esslingen, Ludwigsburg und Heilbronn. Wie beschwerlich war doch für die ländlichen Vereine ein Mitmachen an den großen Festveranstaltungen, denkt man allein an die An- und Abfahrtswege, die zumeist mit Pferd und Wagen zu bewerkstelligen waren; an die Witterungsabhängigkeit und auch an die Versorgung der mitgeführten und zurückgelassenen Tiere in den Stallungen. Die Folge war: Es gärte in den dörflichen Vereinen, was aus den Protokollen der Vereins-Sitzungen ersichtlich ist. Wodurch könnten sie sich dieser Probleme und Lasten entledigen, ohne sich neue aufzuladen?

Mit Schläue entzogen sie sich der ihnen aufgebürdeten Fremdlasten: Durch Schaffung einer eigenen ,,Großen Kreisstadt“ könnten sie doch gewissensfrei und berechtigt ,,zu

Hause“ – fast sorgenfrei - Feste feiern und genießen! Unter der Bezeichnung ,,Sängerbund“ -,,Sängerkreis vom Mittleren Neckar-Stadt" besiegelten sie urkundlich - mit Datum vom 17. 8. 1879 - ihren pfiffigen Entschluss.

Ab diesem Jahr wuchsen dem Schwäbischen Sängerbund mehr und mehr Vereine aus dem Mittleren Neckarraum und seinem Umfeld zu. Dies blieb so bis zu den erzwungenen Unterbrechungen des ersten und zweiten Weltkrieges. Aus den daraus resultierenden politischen Veränderungen waren auch die Vereinsstrukturen betroffen. Trotzdem fanden sich immer wieder gesangsfreudige Bürger zusammen, um Begonnenes von neuem aufzubauen und zu organisieren. Im Jahr 1946 wurde der bis dahin bestehende und im Register eingetragene Vereinsname geändert in ,,Sängerkreis Mittlerer Neckar“.

Die Eigenständigkeit gab diese Vereinigung noch nicht auf. Damit ließen sie sich Zeit - bis zum Jahr 1989! Erklären die vorausgegangenen Erfahrungen -überliefert durch Erzählungen und nachzulesende Sitzungsprotokolle - ihr langes Zögern, ,,doch wieder“ eine Mitgliedschaft in der übergeordneten Organisation Schwäbischer Sängerbund einzugehen?

Eines steht heute fest: Diesen Schritt haben sie bis heute nicht bereut!

Auf unserem Streifzug durch landschaftliche, örtliche und vereinsinterne Besonderheiten des Sängerkreises Mittlerer Neckar, der sich in der Computerzeit abgekürzt SKMN liest, gilt es Wissenswertes wieder zu entdecken‘ Freundschaften aufzufrischen, Informationen zu sammeln für aktive kulturelle Freizeiten, die Sie, lieber Leser, persönlich nützen können!

(c) SKMN-2006