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Lust am Leben -
Freude an der Natur -Liebe zur Heimat - Sehnsüchte - Dankbarkeit an
Gott den Schöpfer - Vorfreude auf ein heimliches Treffen sich Liebender
- Trauer um Verlorenes, schmerzlich Vermisstes sowie alltägliche Abläufe
in Küche, Feld und Flur berührte die Herzen der im 19. Jahrhundert
Lebenden.
Einfühlsame
Dichter und Komponisten fanden zusammen. Ihr Liedgut wurde in allen
Gassen gehört und gesungen. So befreiten sich die Seelen von des Tages
Lasten - gänzlich ohne Couch bei einem Psychiater! Viele Lieder waren
die besten Schmiede für Freundschaften, für unbeschwerte und fröhliche
Festlichkeiten. Wie von selbst entwickelten sich aus gemeinsamen Gesängen
Vereinsgründungen.
Sobald
ein Verein - in der Landschaft des Sängerkreises Mittlerer Neckar -
gegründet war, bezahlten sie Beiträge an den bereits bestehenden Schwäbischen
Sängerbund und das, obwohl die Nutznießung für sie äußerst gering
war. Gering, warum? Die Feste des Schwäbischen Sängerbundes fanden in
den Kreisstädten statt wie Tübingen, Esslingen, Ludwigsburg und
Heilbronn. Wie beschwerlich war doch für die ländlichen Vereine ein
Mitmachen an den großen Festveranstaltungen, denkt man allein an die
An- und Abfahrtswege, die zumeist mit Pferd und Wagen zu bewerkstelligen
waren; an die Witterungsabhängigkeit und auch an die Versorgung der
mitgeführten und zurückgelassenen Tiere in den Stallungen. Die Folge
war: Es gärte in den dörflichen Vereinen, was aus den Protokollen der
Vereins-Sitzungen ersichtlich ist. Wodurch könnten sie sich dieser
Probleme und Lasten entledigen, ohne sich neue aufzuladen?
Mit
Schläue entzogen sie sich der ihnen aufgebürdeten Fremdlasten: Durch
Schaffung einer eigenen ,,Großen Kreisstadt“ könnten sie doch
gewissensfrei und berechtigt ,,zu
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Hause“ – fast sorgenfrei - Feste
feiern und genießen! Unter der Bezeichnung ,,Sängerbund“ -,,Sängerkreis
vom Mittleren Neckar-Stadt" besiegelten sie urkundlich - mit Datum
vom 17. 8. 1879 - ihren pfiffigen Entschluss.
Ab
diesem Jahr wuchsen dem Schwäbischen Sängerbund mehr und mehr Vereine
aus dem Mittleren Neckarraum und seinem Umfeld zu. Dies blieb so bis zu
den erzwungenen Unterbrechungen des ersten und zweiten Weltkrieges. Aus
den daraus resultierenden politischen Veränderungen waren auch die
Vereinsstrukturen betroffen. Trotzdem fanden sich immer wieder
gesangsfreudige Bürger zusammen, um Begonnenes von neuem aufzubauen und
zu organisieren. Im Jahr 1946 wurde der bis dahin bestehende und im
Register eingetragene Vereinsname geändert in ,,Sängerkreis Mittlerer
Neckar“.
Die
Eigenständigkeit gab diese Vereinigung noch nicht auf. Damit ließen
sie sich Zeit - bis zum Jahr 1989! Erklären die vorausgegangenen
Erfahrungen -überliefert durch Erzählungen und nachzulesende
Sitzungsprotokolle - ihr langes Zögern, ,,doch wieder“ eine
Mitgliedschaft in der übergeordneten Organisation Schwäbischer Sängerbund
einzugehen?
Eines
steht heute fest: Diesen Schritt haben sie bis heute nicht bereut!
Auf
unserem Streifzug durch landschaftliche, örtliche und vereinsinterne
Besonderheiten des Sängerkreises Mittlerer Neckar, der sich in der
Computerzeit abgekürzt SKMN liest, gilt es Wissenswertes wieder zu
entdecken‘ Freundschaften aufzufrischen, Informationen zu sammeln für
aktive kulturelle Freizeiten, die Sie, lieber Leser, persönlich nützen
können! |